Hier ein paar Impressionen rund um Ausstellungsaufbau und
Eröffnung:
Hier mein Vortragsmanuskript über das Phänomen Stricken im
historischen Bezug.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung hat Frau
Cornelia Nenz, die Direktorin des
Fritz-Reuter-Literaturmuseums, folgendes über die
Ausstellungseröffnung und das Knütten
(hochdeutsch: Stricken)
auf der Webseite des
Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen
veröffentlicht. Und das in plattdeutsch!
Gabriele Kluge hett mit ehre Frünn’ bi
uns in Stemhagen ‘ne schöne nige
Sonderutstellung inricht’t.
„Strickrausch“ heit de. Un de Nam is Programm.
Kunstwarke hängen dor nu bet Anfang Januar.
Fru Kluge vertellte uns tauierst wat von de
Geschicht’ von’t Knütten.
Wildat Textilien so vergänglich sünd, kann dat
Öller un dat Herkamen von de Knütttechnik nich
säker fastleggt warden. Ok de Technik is swer
tau erkennen.
De Amazonen ut dat 6. un 5. Johrhunnert vör
uns’ Tidreknung hebben eng anliggene
Beinkleider dragen, un so is tau vermauden,
dat dat ok Knüttwark west is.
De öllsten säkerten Funde wiren handknütt’te
Söcken ut dat 12. Johrhunnert.
Bi uns is dat Knütten nahwiesbor von’t
Middelöller an.
In England würden in’t 15. Johrhunnert Häut
oder Huwen knütt’t.
Dor gew dat denn den Beruf „capknitters“.
Knütten as Gewarw kem sünnerlich in’t 16.
Johrhunnert up.
1589 harr William Lee de irste Knüttmaschin
bugt. Äwer de englische Königin gew em keine
Ünnerstüttung, un so güng hei nah Frankrik un
entwickelte dor ‘ne richtige Industrie, de
sünnerlich von de Protestanten utäuwt würd. As
de Hugenotten nah Dütschland flüchten müssten,
kem so dat Gewarw ok tau uns. Un so kem de
Handknütterie langsam ut de Mod’
Von 1782 an wier de Maschinenknütterie in
Berlin von Amts wegen verlöwt.
Knütt’te Strümp wiren noch bet in dat 18.
Johrhunnert en Luxus. Maria Sturt harr bi ehr
Hinrichtung ok knütt’te Strümp an, dat wier
eben en Statussymbol.
Wecker nich so vel Gald harr, de drog neih’te
Strümp ut Stoff.
Lange Tid hebben blot de Mannslüd Strümp
dragen, de Frugens harren dat wegen de langen
Röck nich nödig hatt.
Irst in den Gründertid hebben de Frugens
wedder mit de hand knütt’t. Se wiren ut alle
Schichten un hebben dat ut ünnerscheidliche
Grünn’n dahn. De einen tau’n Tidverdriew, de
annern tau’n Schnacken, de drüdden ut Not.
De lütten Gören würden bald anhollen tau
knütten, dat se blot nich up slichte Gedanken
kamen.
„Rastlose Tätigkeit ist das beste Mittel,
sündige Lüsternheit zu ersticken!“
In de DDR hebben wi knütt’t nich wegen de
Lüsternheit, man dat wi wat besünneres hebben,
wat’n nich kopen kann. Un nu is’t ganz genau
so.
Un de schöne Sonderutstellung wiest dat. Dor
sünd Kunstwarke, de man twors kopen kann, äwer
nich bi all un jeden.
Die Ausstellung kann noch bis zum 5. Januar 2010 während
der Öffnungszeiten des Museums besucht werden: