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Diesen persönlichen Jahresbrief haben die aktiven StrickRauscherinnen am Ende des Jahres 2004 bekommen:


Strickrauschender Rückblick auf 2004 und Vorschau auf 2005


Der Vorweihnachtstrubel ist vorbei und ich hoffe, Sie hatten ein paar schöne geruhsame Weihnachtsfeiertage.


In der Zeit zwischen den Feiertagen, kurz vorm Start ins Neue Jahr,  sinniere ich gern darüber, was ich/wir im vergangenen Jahr erreicht haben und welches die Schwerpunkte fürs nächste Jahr sein müssten.

In diesem Jahr habe ich mir die Mühe gemacht, das aufzuschreiben. Damit Sie Informationen aus erster Hand haben und  sich  – wenn Sie mögen – an der einen oder anderen Stelle „einhaken“ können.

Mein Schwerpunkt des vergangenen Jahres war es, effektive Möglichkeiten des Weitergebens der Klugen StrickArt zu finden. Dabei geht es mir ja bekannter Maßen nicht darum,  nur stricktechnisch-handwerkliche Fähigkeiten weiterzugeben und meine Schüler zum bloßen Nacharbeiten meiner Werke zu führen. Sondern sie zu eigenständigem eigenschöpferischem Arbeiten anzuregen. Und das ist offensichtlich doch gar nicht so einfach. Zumal es ja weit verbreitete Sitte ist, aus Strickbüchern oder Zeitschriften direkt etwas nachzuarbeiten.  (Für mich ist der größte Witz „Europas größter Creativ-Katalog“ von Junghans. Voll mit Kreativ-Entwöhnungs-Fertigpackungen und ästhetischen Scheußlichkeiten.)

Es gab verschiedene Möglichkeiten des Erlernens der Klugen StrickArt: Die StrickRauschReise, StrickRauschWochenenden, den Selbstlernkurs (mit nunmehr 8 Überarbeitungen), den meist 14-tägig bei mir im Kleinmachnow stattfindenden StrickRauschZirkel, der virtuelle Lernraum „StrickRauchForum“, das Einzel-Coaching.

Die bestverkaufte Lehrweise ist der Selbstlernkurs. Aber leider nicht die erfolgreichste.

Wenn ich mir ansehe, wer wirklich gute StrickArt-Eigenkreationen zustande gebracht hat, dann sind das diejenigen, die die meiste Zeit mit mir bzw. den anderen StrickRauscherinnen in direktem persönlichem Kontakt verbracht haben. Hier bewahrheitet sich mal wieder, was Wissenschaftler längst erforscht haben: Die meisten und besten Ideen entstehen im Gedankenaustausch und beim entspannten Zusammensein mit anderen kreativen Menschen. Man nimmt an, dass hierbei auch die Aura eine große Rolle spielt.  Nicht umsonst gibt es beispielsweise in den Kreativabteilungen von Werbeagenturen oft einen zentralen Treffpunkt (wie ein Brunnen auf einem mittelalterlichen Marktplatz), beispielsweise einen Kopierer, an dem die Kreativen „niedere Arbeiten“ wie kopieren verrichten und dann plötzlich und wie aus dem Nichts den entscheidenden Gedankenblitz haben.

Ich denke, dass der beste Weg zum Erlernen der besonderen Handstrick- und Gestaltungsmethode eine ganz individuelle Mischung aus Selbstlernen und Präsenzkursen, kreativem Stricken in Gemeinschaft, dem Nutzen des virtuellen Lernraums im Internet und der Arbeit an Projekten ist.

Lassen Sie uns die einzelnen Elemente einmal etwas näher betrachten:

Der Selbstlernkurs ist eine gute Sache für diejenigen, die gut nach schriftlichen Anleitungen arbeiten können, weit weg wohnen oder schlecht abkömmlich sind. Außerdem ist natürlich auch der finanzielle Aufwand geringer als beim Präsenzkurs mit Anreise, Verpflegung und eventueller Übernachtung.

Ich werde schrittweise auch für alle anderen Module Selbstlernkurse bzw. Fernkurse schreiben. Da das aber doch ganz schön aufwendig ist, bitte ich um etwas Geduld.

Aber wenn es darum geht, Motivation oder einen Kreativitätsschub zu erzeugen, dann hat die Methode Selbstlernkurs sicherlich ihre Grenzen.

Kommen wir deshalb zu den Treffen.

Diese sind – wie mir scheint – zur Erreichung einer gewissen „künstlerischen Gestaltungshöhe“ notwendig.

Am wirkungsvollsten sind offensichtlich die regelmäßigen Treffen. Bei Heike Woite und Margitta Biallas, die regelmäßig alle 14 Tage mit ihrem großen Strickkorb zu mir kommen, konnte ich es beobachten: in kleinen, fast unmerklichen Schritten haben sich die beiden kontinuierlich weiterentwickelt.  Man sieht es an ihren jüngsten Bildern. Alle Achtung.

Die nächst beste Möglichkeit, einen großen qualitativen Sprung zu machen, ist meines Erachtens die große StrickRauschReise. So viel Zeit zum ungestörten, genussvollen gemeinsamen Stricken in solch luxoriösem Ambiente zu solch günstigem Preis/Leistungsverhältnis bekommen wir im Inland wohl kaum. Warum die StrickReise weder 2004 noch 2005 so nachgefragt ist, wie sie es verdient hätte: Keine Ahnung.

Jetzt demnächst, Mitte bis Ende Januar geht es wieder an die Türkische Riviera. Wenn Sie das ausnutzen möchten, dass Sie mich nur mit wenigen Teilnehmerinnen teilen müssen, dann  sollten Sie sich umgehend bei mir melden. Jetzt ist die Zeit, in der eventuell auch noch ein Last-Minute-Schnäppchen bei den Pauschalreiseanbietern zu ergattern ist.

Begehrt und schnell ausgebucht sind die StrickRauschWochenenden im Inland.

Das Treffen, an das ich persönlich am liebsten zurück denke, ist das StrickRauschWochenende in der KreativWerkstatt  Neue Mühle. Klein, fein, inspirierend und liebevoll vom Ehepaar Krenz geführt. Und weil’s so schön war, ist eine Neuauflage bereits für den Sommer 2005 fest im Terminkalender.

Auch Worpswede und das „Haus im Schluh“ (das ich komplett für uns reserviert habe) dürfte zu einem nachhaltigen schönen Erlebnis im Mai werden.

Ja, und dann habe ich im nächsten Jahr noch zwei neue Veranstaltungstypen im Programm:

Den ersten nenne ich mal „Kultur-Erlebnis & Umsetzungs-Kurs“:  Wir nehmen gemeinsam an einem sinnlich eindrucksvollen kulturellen Ereignis teil und versuchen dann im Kurs, das Erlebte in Kluge StrickArt gestalterisch umsetzen.

Das Entscheidende für den ersten Kurs dieser Art habe ich bereits in Sack und Tüten: Ich habe Karten für die (bereits jetzt ausverkaufte) Potsdamer Schlössernacht!!! Ich bin sicher: Die vielen Lichter der festlich angeleuchteten Schlösser und Gärten werden uns zu außergewöhnlichen gestrickten Impressionen anregen. Ich bin  jetzt schon dabei, nachtblaues Garn zu bunkern.

Und den zweiten neuen Veranstaltungstyp habe ich Werkstatt-Tage genannt: Wir haben ganz für uns allein ein Ferienhaus und  leben für ein paar Tage wie in einer Großfamilie zusammen. Es ist viel Zeit zum gemeinsamen Stricken eingeplant und bei „niederen Arbeiten“ wie Betten machen und Essen zubereiten können wir unsere Kreativitäts-Kicks begrüßen. Die großzügigen Räumlichkeiten gestatten es überdies, dass wir in mehreren Gruppen arbeiten und die ersten angehenden Kursleiter zum Einsatz kommen.

>Auch für diese Veranstaltunsreihe habe ich bereits den Start gebucht: Das „Sandberger Schlösschen“ im Biosphärenreservat Hohe Rhön.

All die StrickRauschWochenenden sind als Coaching-Seminare konzipiert. Das bedeutet: Die Teilnehmer bestimmen entsprechend ihrem Entwicklungsstand und den bereits bearbeiteten Modulen den Inhalt des Treffens. Etwa 4 Wochen vor dem Termin werde ich alle Angemeldeten fragen, was sie lernen oder noch einmal gezeigt haben möchten und danach Gruppen zusammenstellen und den Inhalt/Zeit-Plan machen. So wird jede individuell gefördert, kann von den Erfahrungen der anderen profitieren und sich so ganz nebenbei Tricks abgucken.

Sie sehen, wir kommen mit den StrickRauschWochenenden schon etwas im Land herum. Wir sind im Berliner Raum, im Norden bei Bremen und im Süden in der Rhön. Wenn Sie in Ihrer Gegend einige Interessentinnen zusammen haben, dann lassen Sie mich das bitte wissen. Denn dann finden wir gemeinsam sicherlich auch den geeigneten Ort für ein StrickRauschWochenende in Ihrer Nähe.

Ein Wort zu den Garnen und den anderen StrickRausch-Shop-Erzeugnissen.

Im vergangenen Jahr habe ich eine Menge an guten Geschäftskontakten zu Lieferanten knüpfen können. Ich denke, wir haben nun alles zusammen, was wir an guten Garnen, Stricknadeln und Sicherheitsnadeln brauchen.

Jetzt braucht nur noch alles in den Shop im Internet. Die Software und der Platz beim Provider sind längst eingekauft. Ich muss es „nur noch“ einstellen.

Sehr gut angenommen wird der besondere Service bei den Garnen: Das Rückgaberecht innerhalb eines halben Jahres. Das hat den großen Vorteil, dass wirklich jedes Bild mit anderen Garnen gestrickt werden kann und sich die Reste nicht zu Bergen auftürmen. Ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft, wie ich finde.

Inzwischen habe ich eine Vielzahl von besonderen Garnen eingekauft, die auch ganz speziellen Gestaltungswünschen gerecht werden. Heike hat jetzt beispielsweise eine Winterlandschaft gestrickt, die allein schon durch den Einsatz der Garne – krisslige für den verharschten Schnee, Silberlurex für die glitzernden Schneekristalle – ihren besonderen Ausdruck bekommt.

Und weil wir ja für die Messen (dazu komme ich noch später) auch etwas adäquates anzuziehen haben müssen, habe ich auch Garne in hochwertigen, besser für Bekleidung geeigneten Qualitäten eingekauft. Kaschmir/Merino oder Angora/Merino beispielsweise.

Bisher sind wir ganz gut mit dem Durchschnitts-Einheits-Verkaufspreis der Garne von 35 € pro Kilogramm gefahren. Das war beim Verkauf und beim Umtausch ratz-fatz ausgerechnet. Aber nun mit den hochwertigen, zum Teil bereits im Einkauf teureren Garnen und dem geplanten öffentlichen Verkauf über das Internet muss ich mir wohl doch die Mühe machen, differenzierte Garn-Verkaufspreise auszuweisen. Sonst picken uns die „Goldsucher“ die edelsten Sachen heraus. >>> Sie können also demnächst mit sehr unterschiedlichen Garnpreisen rechnen. Einige werden deutlich niedriger und andere höher sein.

Wer etwas an Garn zurück gibt, bekommt natürlich den Preis angerechnet, den er einmal dafür bezahlt hat.

Zu den Berechnungen der Garnmelierungen gibt es etwas erfreuliches zu berichten:
>Als ich mit dem Einsatz von Garnmelierungen begann, habe ich mit Garnkombinationen gearbeitet, die immer aus 4 annähernd gleich dicken Fäden bestanden. Beim Einsatz von 13 verschiedenen Garnen waren das immerhin 715 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.

Nun bin ich einen Schritt weiter gegangen und habe Garne unterschiedlicher Stärke verwandt. Und dann alle Kombinationen aus 3 Garnen, alle aus 4, alle aus 5, alle aus 6  bis zu allen aus 8 Garnen zusammengestellt. Und komme dann auf insgesamt weit über 5000 verschiedenen Möglichkeiten.

Aus diesen vielen Möglichkeiten kann ich nun genau diejenigen zum Verarbeiten heraussuchen, die zusammen genommen einer bestimmten Garnstärke entsprechen.

Das hat einen riesigen Vorteil und bringt noch weitaus interessantere und noch vielfältigere Effekte: Jeder kann nun ganz individuell SEINE Garnstärke bestellen und ist in der Auswahl der Garne viel variabler. Jetzt geht im Grunde genommen alles zusammen.

Die ersten Praxis-Erprobungen sind dazu fertig. Heike hat mir gerade eine Dreier-Serie von so um 65x65 cm- Bildern gezeigt, bei denen die Garnmelierungen für die Nadelstärke 2,5 nach der neuen Methode berechnet wurden.  Da sind „wie von Zauberhand“ ganz fein nuancierte, „saubere“ Farbverläufe entstanden… Einfach toll.

Und ich stricke gegenwärtig mit 4er Nadeln (zwischen 3fach und 7fach) einen Pullover für den Messeauftritt. Und auch da sehen die Kombinationen toll aus. Ganz eng in den Farbnuancen, fast einfarbig.

Für diese relativ komplizierten mathematischen Berechnungen habe ich meinen Computer programmiert.

Darauf bin ich ganz schön stolz. Zumal die Berechnungen nun in Natura auch noch so tolle Ergebnisse bringen.

… wenn Sie wollen, können Sie ab sofort die Berechnung Ihrer Garnmelierungen bei mir in Auftrag geben.

Mit den StrickArt-Bildern ist das so eine Sache. Man kann kaum mit Worten erklären, was wir machen und wie das dann aussieht. Ihnen ist sicherlich auch schon der unverständige, fragende Blick begegnet: „Stricken die Kitschbilder mit Schäfchen???“

Ich habe in diesem Jahr einige Euros für Anzeigen in Zeitschriften ausgegeben. Beispielsweise auch in der Stricken-Spezial-ANNA von Burda. Das hat so gut wie nichts gebracht.

Hingegen haben die beiden „Tage des Offenen Ateliers“, die ich ja eigentlich nur ganz bescheiden bei mir im Atelier veranstaltet habe,  eine – wie ich finde – außergewöhnlich gute Resonanz erzeugt.

Es ist so: Die Leute müssen die Bilder möglichst in Natura sehen und dann springt auch die Faszination über.

Fazit: Wir brauchen Ausstellungen!

Und zwar zwei Arten. Einmal die, bei denen es darum geht, weitere Strickerinnen zu begeistern und dann  langsam auch die, bei denen die Käufer/ Nutzer/Auftraggeber von StrickArt-Bildern umworben werden.

Das sind zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen. Und darum muss jede Ausstellung auch ganz speziell auf den Zweck abgestellt werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen geht da sicherlich nicht.

Um neue StrickRauscherinnen zu bekommen, werden wir uns im nächsten Jahr erstmals an Messen beteiligen. Im Februar auf der „handmade“ in Würzburg und im September auf der „Nadel & Faden“ in Osnabrück.

Und wir beteiligen uns natürlich auch wieder bei den Brandenburger Tagen des Offenen Ateliers.

Ich habe zwar noch einige, wie mir scheint, ganz gute Angebote bzw. Empfehlungen, um die ich mich noch intensiv kümmern muss.  Dank in diesem Zusammenhang an Erika Noack aus Schraden, die mir eine recht interessante Ausstellungsmöglichkeit übermittelt hat.

Aber das reicht noch nicht. Wenn Sie eine gute Ausstellungsmöglichkeit wissen, immer her damit. Interessant sind vor allem ungewöhliche Umgebungen. Alte Gemäuer beispielsweise. Räume mit hohen Wänden.  Auch in der Bank, beim Arzt, in der großen Rechtsanwaltskanzlei.… Bitte einfach alles anbieten.

Eine weitere gute Möglichkeit (wenn auch nicht ganz so gute) ist die Publizierung der StrickArt-Bilder. Begonnen haben wir in diesem Jahr mit den StrickArt-Kalender.

Folgen werden Postkarten, Fotos, Poster, ein Katalog, ein Kunstband….

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie gute Kluge StrickArt geschaffen haben, dann können Sie mir diese gern mit zur Veröffentlichung anbieten. Ich biete Ihnen dann – so wie mit Heike Woite und Margitta Biallas geschehen - einen Galerievertrag. So dass Sie von der Öffentlichkeitsarbeit, den PR-Maßnahmen und den Verkaufsaktivitäten im größeren Rahmen profitieren können. Auch finanziell.

Vielleicht kommen wir im kommenden Jahr meinem großen Traum ein Stück näher: Wir sitzen gemeinsam strickend an einem wunderschönen Ort, lassen uns verwöhnen und können uns mit unserer Spaß-Arbeit dieses schöne Leben auch noch finanzieren…

Mit diesem Bild im Hinterkopf wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen ein gutes neues Jahr.

Vorrangig stabile Gesundheit. Denn ohne die geht nix. Dann das nötige Quäntchen Glück, um möglichst oft zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Um den richtigen Leuten zu begegnen.

Viele anregende Stunden im Kreise inspirierender Menschen.

Und nicht zuletzt: Viele entspannte StrickRausch-Stunden mit derart faszinierenden Ergebnissen, dass Sie selbst darüber staunen, was so alles in Ihnen steckt. Mögen Sie mit vor Stolz geschwellter Brust die Anerkennung der Fans genießen.

Mit vielen strickrauschenden Grüßen

Ihre

Gabriele Kluge
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