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Diesen persönlichen Jahresbrief haben die aktiven StrickRauscherinnen am Ende des Jahres 2005 bekommen:
Der Neujahrsbrief 2006

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wenn ich die letzten 12 Monate Revue passieren lasse, dann kann ich es kaum glauben, was sich in der kurzen Zeit alles ereignet hat. Wie wir mit dem StrickRauschen weiter gekommen sind, wie gefragt unsere Angebote sind, wie wir zu begehrten Ausstellern geworden sind… Manchmal stockt selbst mir der Atem. …und das will schon was heißen.

Ich weiß, ich bin manchmal zu forsch vorangestürmt. Zu schnell, um alle mitnehmen zu können. Aber die großen Chancen, die verführerisch am Wegesrand lockten, waren es wahrlich wert, wahrgenommen zu werden. Freuen wir uns gemeinsam über die enorm gestiegene Nachfrage nach unseren Angeboten. Und nehmen wir das gemeinsam als Lob und Anerkennung.

Im März diesen Jahres haben wir zum ersten Mal bei einer Messe ausgestellt. Bei der „handmade“ in Würzburg. Dann kamen noch die „Textile Art Berlin“ und die „Nadel & Faden“.

Ich denke gern daran zurück, wie die jeweiligen Ausstellungs-Teams annähernd perfekt organisiert Hand in Hand gearbeitet haben. Was wir dabei so alles am Rande erlebt, welche interessanten Leute wir kennen gelernt haben.

Und wie wir in der kältesten Nacht des Jahres mit einem Kleintransporter von Würzburg nach Kleinmachnow gefahren sind. Heike souverän am Steuer; Margitta und ich uns einen Schal teilend.

Oder, wie Heike ihren Kopf nicht bewegen konnte und sie trotzdem voller Schmerzen die Lampen montiert hat. Und wie wir nachts den Notarzt geholt haben und dann wie Teenies gackernd feststellten „irgendetwas muss uns doch einfallen, damit wir nachts einen Mann in unser Zimmer locken …

Oder wie wir den zugewiesenen Klassenraum bei der TextilArt Berlin in ein StrickRausch-Refugium umgewandelt haben. Wie Heike halsbrecherisch auf den Schränken herumgeturnt ist. Wie wir die entweder auf- oder abwärts sich bewegende Tafel gebändigt haben…

Wie wir es uns und unseren Besuchern bei den Messen immer angenehm gemütlich gemacht haben. Cafe (aus „richtigen“ Tassen), Sekt, die obligatorischen Fruchtgummi-Herzen.

Das hat richtig Spaß gemacht.

Und nun? Das nächste Jahr wird mit vielen Ausstellungen gespickt sein. Gegenwärtig zähle ich 14 (!!!), die bereits mehr oder weniger fest im Terminkalender stehen. Viel zu viele für mich allein. Da wird es sich zeigen, ob wir mit vereinten Kräften und verteilten Rollen an einem Strang ziehen können. Ich bin da voller Zuversicht. Schließlich bedeutet solch eine Ausstellung neben ein wenig Anstrengung auch viel  Vergnügen und Entwicklung von recht intensiven persönlichen Beziehungen.

In diesem Jahr haben wir von den drei Ausstellungen bei Messen immerhin zwei wie ganz „normale“ Aussteller bezahlt. Standgebühr, Reisekosten… Und im nächsten Jahr haben wir bei den meisten Ausstellungen Sonderflächen. Einige Veranstalter werden uns zusätzlich die Übernachtung und Fahrtkosten spendieren. Wenn das keine Anerkennung für unsere Arbeit ist!

Auch mit dem Erlernen der KlugeStrickArt sind wir ein großes Stück vorangekommen.

Unser KlugeStrickArt-Werkverzeichnis (wo nur Wandbilder mit einer „gewissen Gestaltungshöhe“, aber keine Bekleidung registriert sind) weist per heute 57 Eintragungen aus. Mit Werken von 5 Künstlerinnen. Karin Bennemann, Margitta Biallas, Olga Mempel, Heike Woite und mir. Von dem, was ich bisher an aufnehmenswerten Bildern gesehen habe, könnten noch etwa 10 weitere Bilder ins Werkverzeichnis aufgenommen werden. Womit sich dann die Anzahl der beteiligten Künstlerinnen weiter erhöhen würde.

Und was sagt uns das??? > Die Kluge StrickArt ist erlernbar. Und auch Leute, denen eine umfangreiche künstlerische Ausbildung und Praxis fehlt, können es zu reifen künstlerischen Leistungen bringen. Ausdauer und Lernwille vorausgesetzt.

Besonders freue ich mich darüber, dass einige StrickRauscherinnen bereits eine eigene künstlerische Handschrift entwickeln. … Mein Sohn, ausgebildet in asiatischer Kampfkunst, meint dazu: „Ein wahrer Meister zeichnet sich dadurch aus, dass seine Schüler besser werden als der Meister selbst.“

Na dann, ihr Meisterschüler (und die, die es noch werden wollen), ich bin bereit. Laßt uns gemeinsam Meisterwerke schaffen, die von unserem Wissen, Können und unserer Schöpferkraft künden. Auf dass sie die Menschheit bereichern und in der Welt Beachtung finden.

Manchmal sind es eigentlich Kleinigkeiten, die Großes bewirken. So haben wir in diesem Jahr die KlugeStrickArt durch zwei rein stricktechnische Elemente verbessert. Wir haben das mühselige Stricken der Umschläge durch die Doppelmasche abgelöst. Und die Ränder von Teilen, an die noch etwas angestrickt wird, arbeiten wir nun besser so: Letzte Masche einer Reihe immer rechts verschränkt abstricken, erste Masche einer Reihe immer links. Beides ist einfacher und schneller zu stricken und sieht obendrein auch noch besser aus.

Diese Verbesserungen sind nicht auf „meinem Mist gewachsen“. Darum sei hier Michaela Renz und Ruth Kindla in aller Öffentlichkeit Dank gesagt. Sie haben das Neue eingebracht.

Eigentlich wollte ich mich auf das Stricken von repräsentativen Wandbildern konzentrieren. Und mich mit Bekleidung nur „so nebenbei“ beschäftigen. Zweckgebunden an „Dienstbekleidung“ für Messen, Ausstellungen und zum Kurse geben.

Das hat vor allem wirtschaftliche Hintergründe. Vom Gesetzgeber wird Kunst als etwas definiert, das zu nix nutzt. Unsere gelungenen Wandbilder sind Kunst und berechtigen die Künstlerin, bei entsprechendem Umsatz Mitglied der Künstlersozialkasse zu werden. Was wiederum bedeutet, dass diese Künstlerin Zuschüsse zur Kranken- und Rentenversicherung bekäme. So viel, als wenn sie Angestellte wäre. Darum ging es mir vor allem.

Bei Bekleidung überwiegt der Nutzwert. Und darum wird sie offiziell nicht als Kunst eingestuft. Obwohl wir natürlich wissen, dass ein Bild in KlugeStrickArt viel leichter zu machen ist als etwas zum Anziehen.

In diesem Jahr nun hat sich nun der Bereich KlugeStrickArt-Bekleidung quasi über die Hintertür selbst ins Rampenlicht gerückt. „Schuld“ war die Modenschau anlässlich der „Textil Art Berlin“, bei der Heike und ich – einfach nur so – mit unserer „Dienstbekleidung“ mitgelaufen sind. Und dafür einen für uns völlig unerwarteten großen Applaus bekamen.

Nun, wenn es denn so sein soll: Es wird im nächsten Jahr weitere spezielle Bekleidungskurse geben. Und wer will und Spaß daran hat, wird auch Gelegenheit haben, seine Mode auf Modenschauen in aller Öffentlichkeit zu präsentieren.

In diesem Jahr haben wir – Heike und ich - ein Wand-Bild für das Arbeitszimmer einer Steuerberaterin angefertigt. Ich habe die Verhandlungen geführt und die Raumfarben nach NCS-Systems aufgenommen. Gemeinsam haben wir dann die Gestaltung besprochen und Heike hat das gute Stück dann gestrickt. Dieses Bild („Märkische Heide“) ist das erste, das seit dem Frühsommer in der Vermietung ist. Es sind zwar „nur“ 2,09 € pro Tag, die wir einnehmen. Aber immerhin. Es ist ein Anfang. Und gefallen tut uns das Prinzip auch: Das Bild hat einen würdigen Platz, wird beachtet, bleibt unser Eigentum und bringt ein passives Gehalt. Auch so kann man sich eine Rente aufbauen. Mit ein paar mehr Bildern in der Vermietung…

Ich denke, wir sollten zukünftig diesen Bereich noch ausbauen. Nicht erst Bilder stricken und dann erst den idealen Wandplatz suchen, sondern umgekehrt: Bilder von vorherein in Farbe, Format und Textur so konzipieren, dass sie sich harmonisch in vorhandene Architektur, Inneneinrichtung und Lichtverhältnisse einfügen. Dafür heißt es allerdings: Verbindliche Aufträge „an Land ziehen“… Packen wir es an.

Schon mal üben können wir das im nächsten Jahr an zwei Beispielen: Wir werden für die Dorfkirche in Seeburg das Altar- und Kanzelantependium in KlugeStrickArt stricken. Und wir werden die Bühnendekoration für den Europasaal in der Stadthalle Osnabrück arbeiten, die dann während der „Nadel & Faden“ einen Ehrenplatz haben wird. Die erste Arbeit für die Kirche wird vom Format her relativ klein und niedlich. Wogegen das Format für die Stadthalle Osnabrück mit seinen vier KlugeStrickArt-Bahnen oder Bildern(?), jeweils etwa in der Größe 1,50 x 4,00 Meter(!), schon eine echte Herausforderung darstellt.

Ich werde im nächsten Jahr das StrickRausch-Angebot „Alles rund um die KlugeStrickArt“ mit einem weiteren Segment vervollständigen: Ich werde Publikationen im Eigenverlag herausgeben. Nur Inhalte, die etwas mit KlugeStrickArt, mit dem StrickRauschen und den darin involvierten Menschen zu tun haben. Ganz langsam und in kleinen Schritten.

Beginnen werde ich mit der Herausgabe von Postkarten mit Reproduktionen von KlugeStrickArt-Bildern. Und wenn dann genügend zusammen sind, werden wir sie zu einem Postkartenbüchlein zusammen fassen.

Dann wird es ein edles Album im Format A4-quer geben. Das „KlugeStrickArt-Bilderbuch“, so der Arbeitstitel. Gedruckt auf hochwertigem Kunstdruckpapier, ergänzt durch Detailfotos, Situationsfotos, Informationen und Geschichten zu den Bildern und den Macherinnen. Das Album wird aus einer Klemm-Mappe bestehen, die zwar aussieht, wie ein richtiges Buch, bei dem aber Seiten hinzugefügt und herausgenommen werden können. Das hat für uns den Vorteil, dass wir für unterschiedliche Empfänger dieses Album individuell zusammen stellen können. Denn der Architekt oder Raumausstatter, der unsere Bilder kaufen oder mieten soll, muss anders angesprochen werden als die begeisterte StrickRauscherin, der vielleicht Hinweise zur Machart weitaus wertvoller sind.

Ja, und dann werde ich mich intensiver mit dem StrickRausch-Handbuch beschäftigen. Anleitungen schreiben, gute Beispiele präsentieren, den Fernkurs „rund machen“.

In diesem Jahr habe ich mit der Kursleiterausbildung begonnen. Dazu hatte ich eine kleine Coachinggruppe im Internet eingerichtet, die beim Betreten des Neulands die Wegbereiter sein sollten. Lieder hat das nicht so geklappt, wie ich mir das erhofft hatte. Es gab eine Reihe von unterschiedlichen Auffassungen ganz grundsätzlicher Art, so dass ich die Zusammenarbeit in dieser Form beenden musste.

Zwei aus dieser Gruppe, Heike Woite und Olga Mempel, habe ich im Einzelcoaching weiter geführt. Heike hat sich mit ihrer Ich-AG auf Strick-Design, mit Schwerpunkt Bekleidung in KlugeStrickArt, spezialisiert und wird zusätzlich als Kursleiterin und Ausstellungsmanagerin tätig sein.

Und Olga hat Ende November ihre „Strick-Werkstatt“ im Frauengründerinnenzentrum „HAFEN“ in Berlin-Marzahn eröffnet. Sie hat sich einen schönen und zweckmäßigen Kursraum ganz neu eingerichtet. Mit farbsortierten Konengarnen in Regalen, viel Platz um großzügige Tische, wunderbarem Licht… Bestens gerüstet für Erlebniskurse und ausgiebiges StrickRauschen.

So, liebe  ...., nun kann ich nur hoffen, dass ich Ihnen einen ausreichenden Überblick über das nun bald zu Ende gehende Jahr gegeben und Sie in meine Pläne für das nächste Jahr eingeweiht habe. Denn ich würde mich freuen, wenn Sie beim Rutsch ins neue Jahr ein Stückchen StrickRausch in Ihre persönlichen Wünsche für 2006 mit einbeziehen würden.

Ihnen und Ihrer Familie alles Liebe und Gute.

Ihre Gabriele Kluge

 

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